Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

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OrangeMan
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1201 Beitrag von OrangeMan » Montag 10. Juli 2017, 18:02

Hallo,

vielen Dank für die Hilfe hier.

Ich hätte ein paar Fragen:
  • Wenn geklagt wird, werden die Kosten für einen Vergleich (um den Prozess noch abzuwenden) deutlich höher, weil ja auch Kosten für die Klage entstanden sind - richtig? Wie hoch wäre der Unterschied?
  • Nach Mahnbescheid kann ein Anwalt auf Basis des Beratungsscheins nur beraten, nicht vertreten (wegen laufendem Gerichtsverfahren). Kann er mir dann aber ziemlich genau sagen, was ich machen soll - z.B. wie das Vergleichsangebot sein soll? Oder kann der Anwalt in dieser Situation schon über Prozesskostenhilfe arbeiten?
  • Bringt es was beim Vergleichsangebot auf deren Prozessrisiken hinzuweisen bzw. z.B. darauf, dass der Film kein Urheberrechtsschutz haben könnte?
  • Macht es einen großen Unterschied, wenn man das Vergleichsangebot oder anderes selbst verschickt und nicht ein Anwalt? Vorausgesetzt es ist inhaltlich mehr oder weniger gleich.
  • Kann ich vor einer Klage prüfen lassen, ob ich Prozesskostenhilfe bekommen könnte?
  • Welche Kosten hätte ich, wenn ich Prozesskostenhilfe bekäme, aber trotzdem verlieren würde?

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Steffen
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1202 Beitrag von Steffen » Montag 10. Juli 2017, 23:15

(...) Wenn geklagt wird, werden die Kosten für einen Vergleich (um den Prozess noch abzuwenden) deutlich höher, weil ja auch Kosten für die Klage entstanden sind - richtig? Wie hoch wäre der Unterschied? (...)
Wenn man die Klageschrift erhält und sich mit dem Kläger außergerichtlich vergleicht, gibt es einen Vergleich nur für die Kosten der Abmahnung. Vom Gericht erhält man dann separat noch einen Kostenfestsetzungsbeschluss über die Gerichtskosten. Die genauen Beträge bei diesem Abmahner kenne ich nicht.


(...) Nach Mahnbescheid kann ein Anwalt auf Basis des Beratungsscheins nur beraten, nicht vertreten (wegen laufendem Gerichtsverfahren). Kann er mir dann aber ziemlich genau sagen, was ich machen soll - z.B. wie das Vergleichsangebot sein soll? Oder kann der Anwalt in dieser Situation schon über Prozesskostenhilfe arbeiten? (...)
Hier muss man mit dem Anwalt, der einen auf Beratungsschein vertritt diesbezüglich reden. Denn ein Mahnverfahren ist ein Gerichtsverfahren. Hier gibt es immer noch unterschiedliche Auffassungen, ob es noch über den Beratungsschein geht oder nicht, wenn man sich außergerichtlich vergleichen möchte.


(...) Bringt es was beim Vergleichsangebot auf deren Prozessrisiken hinzuweisen bzw. z.B. darauf, dass der Film kein Urheberrechtsschutz haben könnte? (...)
Erstes, wohl eher nicht. Zweites, hier wärest Du in der Beweislast.


(...) Macht es einen großen Unterschied, wenn man das Vergleichsangebot oder anderes selbst verschickt und nicht ein Anwalt? Vorausgesetzt es ist inhaltlich mehr oder weniger gleich. (...)
Wenn man einen MB erhält bzw. eine Klageschrift und sich außergerichtlich vergleichen, sollte man kostengünstig ohne Anwalt dies mit dem Kläger klären.


(...) Kann ich vor einer Klage prüfen lassen, ob ich Prozesskostenhilfe bekommen könnte? (...)
PKH ist wie der Name sagt, eine finanzielle Unterstützung zur Durchführung von Gerichtsverfahren. Man kann aber vorsorglich schon den Antrag (Vordrucke gibt’s im Netz; PKH-Rechner) einmal ausfüllen und dem Anwalt zur Prüfung geben. Das letzte Wort aber spricht sowieso das Gericht!


(...) Welche Kosten hätte ich, wenn ich Prozesskostenhilfe bekäme, aber trotzdem verlieren würde? (...)
PKH umfasst die Gerichtsgebühren und die eigenen Anwaltsgebühren. Den genauen Beträge kenne ich nicht bei diesem Abmahner.


VG Steffen

OrangeMan
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1203 Beitrag von OrangeMan » Montag 10. Juli 2017, 23:49

Wunderbar, vielen Dank schon mal, Steffen.
Hier muss man mit dem Anwalt, der einen auf Beratungsschein vertritt diesbezüglich reden. Denn ein Mahnverfahren ist ein Gerichtsverfahren. Hier gibt es immer noch unterschiedliche Auffassungen, ob es noch über den Beratungsschein geht oder nicht, wenn man sich außergerichtlich vergleichen möchte.
Die Person, die mir den Beratungsschein ausgestellt hat, vertrat die Meinung, dass ein Anwalt mich außergerichtlich nicht mehr vertreten könne und auf dem Schein steht nun "Beratung hinsichtlich Prüfung der Erfolgsaussichten eines Widerspruchs". Das Honorar des Beratungsscheins bleibt wahrscheinlich so oder so das gleiche. Ich hoffe ich kann einen Anwalt finden, der mich für den Vergleich auch jetzt vertritt... oder mir zumindest sehr genau sagt, was da zu machen ist...
Wenn man einen MB erhält bzw. eine Klageschrift und sich außergerichtlich vergleichen, sollte man kostengünstig ohne Anwalt dies mit dem Kläger klären.
Das steht hier wahrscheinlich schon irgendwo. Aber: würdest Du dann zu einem Anruf raten und sollte man dann einfach mal einen eher niedrigen Wert anbieten (um dann zu verhandeln) oder sogar einfach fragen, mit was sie denn zufrieden wären?

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Steffen
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1204 Beitrag von Steffen » Dienstag 11. Juli 2017, 08:07

Der Beratungsschein ist vom Amtsgericht für einen speziellen Sachverhalt bewilligt worden. Ist dieser erledigt, ist auch die Wirkung des Beratungsschein damit erledigt. Für den neuen Sachverhalt muss man eben hoffen, dass der alte Anwalt aus Kulanz weitermacht oder einen neuen Beratungsschein beantragen (in der Hoffnung, dass er bewilligt wird).

Wenn man auf alle Fälle vorhat sich außergerichtlich zu vergleichen, ruft man dann sofort den Abmahner an und versucht es abzuklären. Vielleicht handelt ein Anwalt einen günstigeren Vergleich aus, dann mus man seine Gebühren aufaddieren. Dann weißt Du auch nicht, ob ein neuer Beratungsschein bewilligt wird, so dass wichtige Zeit fruchtlos verstricht.

VG Steffen

OrangeMan
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1205 Beitrag von OrangeMan » Dienstag 11. Juli 2017, 15:22

Das macht natürlich alles Sinn. Erneut vielen Dank

OrangeMan
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1206 Beitrag von OrangeMan » Dienstag 11. Juli 2017, 19:32

Noch eine kurze Frage: wenn ich anrufe und man sich bzgl. der Summe nicht einig werden sollte und ich dann doch an einen Anwalt abgebe, der den Vergleich schriftlich und mit seinen Argumenten angeht, habe ich dann durch meinen Anruf einen Nachteil? Hätte ich dann gleich an den Anwalt abgeben sollen?

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Steffen
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1207 Beitrag von Steffen » Dienstag 11. Juli 2017, 23:03

Nein, der Vergleich ist eben nicht zusdtande gekommen.

VG Steffen

OrangeMan
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1208 Beitrag von OrangeMan » Dienstag 11. Juli 2017, 23:12

Super, danke. :)

spacebirdy
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Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1209 Beitrag von spacebirdy » Sonntag 27. August 2017, 19:24

Hallo,
kurz mein Ablauf:
Abgemahnt worden von Fareds im Sommer 2013. Danach ein Bettelbrief.
Kurz vor Weihnachten 2016 kam der Mahnbescheid. Sofort widersprochen. Weiterer Bettler im Januar 2017.
Anruf Anfang Juli beim zuständigen Mahngericht. Aussage: "Der Gerichtskostenzuschuss wurde nicht einbezahlt".
Bin jetzt Durch. Vielen Dank an Steffen für seine Geduld hier im Forum.
An alle: Lasst Euch nicht verrückt machen.
Den Schriftverkehr werde ich noch sieben weitere Jahre aufbewahren...

Kohlenpitt

Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1210 Beitrag von Kohlenpitt » Mittwoch 17. Oktober 2018, 02:35

RIP Steffen ….

Eines, Steffen wird wohl nie vergessen werden, denn er hat viele Abmahnanwälte geärgert. Das war sein Leben !!
Ruhe in Frieden Steffen!

twitched

Re: Abmahnungen von FAREDS Rechtsanwälte

#1211 Beitrag von twitched » Freitag 26. Oktober 2018, 00:38

Hatte nicht viel Kontakt, aber sein Einsatz macht ihn unvergessen und die Nachricht über den Tod von Steffen macht mich dennoch sehr betroffen.

Seine Persönliche Abmahngeschichte ist hier nachzulesen: http://www.e-u-l.de/pdf-dateien/Steffen ... hnwahn.pdf

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